Psychische Erkrankungen nehmen immer mehr zu
Mehr als ein Drittel aller Menschen in Deutschland leidet im Laufe ihres Lebens mindestens einmal an einer psychischen Erkrankung – oft bleibt diese eine ganze Weile vom Betroffenen unbemerkt, weil sie sich schleichend in den Geist einnistet und man einige ihrer Symptome und Begleitumstände, wie etwa Müdigkeit, Abgeschlagenheit oder Lustlosigkeit, auf eine vorübergehende Überlastung im Job oder Privatbereich, oder auch auf eine bevorstehende Grippe, schiebt.
Ebenso ahnt oft die Umwelt über einen längeren Zeitraum nichts von dem Zustand, in dem sich die betreffende Person befindet, weil diese sich ihr Leiden selbst noch nicht eingestanden hat oder aus Scham darüber schweigt.
Dabei ist eine psychische Erkrankung längst kein Tabuthema mehr, es muss niemandem peinlich sein, wenn der Geist “seinen eigenen Kopf hat” – die Zeiten, in welchen man deshalb für “verrückt” (obwohl auch das nichts anderes bedeutet, als dass sich etwas verrückt, im Sinne von verschoben, hat) erklärt wurde, sind längst vorbei.